Sonntag, 23. August 2015

Nestbautrieb

Seit ein paar Tagen hat mich eine Unruhe gepackt, wie ich sie von der Geburt unseres Sohnes nicht kannte (oder vielleicht vergessen habe?). Es wird geputzt, genäht, aufgeräumt und vorbereitet. Und immer noch fallen mir neue "Baustellen" auf und ein. Das Eine führt zum Anderen, und ich könnte eigentlich den ganzen Tag meinem Nestbautrieb nachgehen. Ich schlafe sogar deutlich weniger und bin NICHT müde! ICH! Das Murmeltier vom Dienst ;D Ich bin so voller Energie (trotz abklingender Nasennebenhöhlenentzündung), dass ich sogar abends nähe. Was ich wirklich selten mache. Und bricht die Zwillingsnadel für das aktuelle Nähprojekt, wird es weggelegt und mit dem nächsten weitergemacht... ich staune sehr...
Heute hat mein Mann mich dann voll unterstützt und mitgemacht. Das Beibettchen ist hergerichtet. Inklusive einer fix genähten, sogenannten Kuschelschnecke aus Stoffresten als Begrenzung und zur seitlichen Lagerung beim Schlafen und Stillen.
Auch der nächtliche Wickelplatz hat seinen Platz gefunden.
Als ich meinem Mann dann stolz die frisch eingerichtete, bunte Schublade mit all den genähten und handgemachten Kleidungsstückchen zeigte, sagte dieser nur "Mensch, bist Du fleißig" :) Und die Tränen brachen los... ja, alles fertig (fast). Sie kann kommen.

Ohje!

Versteht mich nicht falsch! Ich freue mich wahnsinnig! Wir sind so gespannt, welche kleine Persönlichkeit da bald in unseren Armen liegen wird! Mich durchströmt immer ein warmes, kribbeliges Gefühl, wenn ich an die ersten Augenblicke denke, die uns bald, sehr bald erwarten.

Aber da ist auch ein wenig Zurückhaltung. Denn mit unserem Sohn hatten wir keinen leichten Start. Die Geburt und die ersten wenigen Wochen waren wunderschön und harmonisch. Doch dann traten leider Komplikationen auf, die alles aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Dieses Gleichgewicht haben wir erst sehr spät wiedergefunden. Und diese turbulenten Zeiten waren die härtesten, die ich je erlebt habe. Auch wenn wir nun gestärkt daraus hervor gekommen sind, sind sie der Grund für meine leichte Zurückhaltung. Ich dachte immer "Mutterliebe macht alles wett!". Aber es gibt Umstände, die uns zeigen, dass auch wir Grenzen haben. Und was dahinter liegt, ist nicht schön. Jeder, der Kinder hat, wird mir das sicherlich bestätigen. Das gehört zum Leben mit Kindern natürlich dazu! Ja, ich finde sogar, dass uns diese Grenzerfahrungen erst zu besseren Eltern machen!

Trotzdem hoffe ich, dass wir nicht noch einmal sooft hinter unsere Grenzen schauen müssen...

Das ist jetzt ein sehr persönlicher Post geworden. Aber ich denke, ein wenig persönlichen Einblick in das Leben der Menschen hinter den Werken, Bildern und Texten ist nur mehr ehrlich und zeigt, dass es auch andere Ebenen als die sonst gezeigten gibt. Und Gesamtbilder mit Tiefenschärfe finde ich am interessantesten ;)

Habt noch einen schönen Sonntag!

Kommentare:

  1. Hui, der Post hat mich gerade sehr berührt. Beim Lesen dieser ganz persönlichen Zeilen merke ich, dass ich noch nicht ganz im Lot bin. Kinder haben - und sei es auch nur eine kurze Ahnung davon - zeigt uns unsere Grenzen. Ich denke ganz fest an dich und wünsch dir das Allerbeste! Erst mal für die Geburt, und dann mal weiterschauen.
    Und fleißig - ja das warst du in letzter Zeit! Schau dir das mal in Ruhe an und genieße es!

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  2. Liebe Yva,
    dass Angst und Freude das Mutter sein und Mutter werden auf Schritt und Tritt begleiten liegt wohl auch in der Natur der Sache. Ich wünsche dir und deiner kleinen wachsenden Familie alles Gute, viel Freude und Vertrauen in dich und dein Baby.

    Liebe Grüße
    Julia

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  3. Hallo Yva,
    Man wächst mit seinen Aufgaben und manchmal bringen sie uns leider fast zum Verzweifeln. Aber eben nur fast ;) Genieß die restliche Zeit mit dem Bauchmädchen und einen guten Start bzw. Geburt.

    Ganz lieben Gruß
    Miriam

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  4. Liebe yva
    Ich kann dich sehr gut verstehen. Wenn man diese Erinnerung an solch schmerzhafte Momente in sich trägt, hat man große Angst. Man traut sich nicht nur Positiv zu denken... Da habe ich auch erlebt, da unsere vierte schwer krank ist und ihr Start ins Leben schrecklich war.
    Liebe yva, ich wünsche dir alles gute, eine gute Geburt und das ihr alle vier einen schönen Start habt.
    Liebe grüße
    Maria

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  5. Liebe Yva,
    die Schlange ist ja süß und das Bett sieht richtig kuschelig aus. Die Kleene wird sich ganz doll wohlfühlen. Und bestimmt wird alles gut. Ich wünsche es Euch und drücke ganz fest die Daumen. Alles Gute für Euch als neue große Familie und Dir eine schnelle und nicht so zehrende Geburt. Liebste Grüße, Jenny

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich immer wieder sehr darüber :)